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FSJ, FÖJ und BFD
Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft

FSJ, FÖJ und BFD – Freiwilligenarbeit nach dem Abitur

Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft – und auch eine sehr gute Investition deiner Zeit! Warum solltest du „freiwillig“ und ohne Gehalt schuften? Das zeigen wir dir in diesem Abipedia-Artikel!

von Susanne Wiegner

Was ist eigentlich Freiwilligenarbeit? Wozu ist sie gut?

Kinderhilfsprojekte, soziale Einrichtungen, Kulturinstitutionen, Tier- und Naturschutzvereine – all diese Organisationen brauchen die Unterstützung von Freiwilligen. Ein Großteil der Freiwilligenarbeit wird von ehrenamtlichen Helfern in der Freizeit geleistet. Schüler, Studenten, Berufstätige und Senioren arbeiten ein paar Stunden pro Woche ohne Bezahlung für den guten Zweck.

Aber nur wenige Organisationen können ausschließlich von „Teilzeit-Freiwilligen“ aufrecht erhalten werden. Es müssen während der gesamten Dienstzeit Personen zur Verfügung stehen, die das Tagesgeschäft am Laufen halten. Da sich Non-Profit-Organisationen in der Regel nur wenige festangestellte Mitarbeiter leisten können, freuen sie sich über die Unterstützung von "Vollzeit-Freiwilligen": Junge (oder auch manchmal ältere) Menschen, die bereit sind, für ein sehr kleines Gehalt ganztags in einer karitativen Einrichtung zu arbeiten.

Viele Schüler und Studenten entscheiden sich deshalb für ein halb- oder einjähriges Freiwilligenprogramm, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD – auch „BuFDi“ genannt).

Warum solltest du ein FSJ, FÖJ oder BFD leisten? Und warum gerade nach dem Abitur?

Es gibt viele gute Gründe für einen Freiwilligendienst nach dem Schulabschluss. Natürlich geht es in erster Linie darum, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Dass freiwillige Arbeit eine ehren- und lohnenswerte Tätigkeit ist, muss gar nicht lange diskutiert werden. Doch warum solltest du ein ganzes Jahr deines Lebens hierfür investieren? Ganz einfach: Auch du profitierst von einem Freiwilligendienst!

1. Persönliche Entwicklung

Ein Freiwilliges Jahr prägt dich, unterstützt dich in deiner persönlichen Entwicklung und erweitert deinen Horizont. Du lernst eine Sicht auf die Welt kennen, die dir zuvor verschlossen war: Einblicke in das Leben eines behinderten Menschen oder ein tiefes Verständnis für die Probleme, die Umweltverschmutzung mit sich bringt. Die Freiwilligenarbeit kann dir helfen, deine Wertvorstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls Vorurteile abzubauen. Egal, welche Freiwilligenarbeit du übernimmst:  Du lernst dabei neue Menschen kennen und erfährst dank deiner Arbeit, was es heißt, etwas zu bewegen.

2. Fachliche Kenntnisse und Schlüsselqualifikationen

Im Freiwilligendienst erlernst du neue Qualifikationen und Kompetenzen. Egal, in welcher Einrichtung du arbeitest, du wirst auf jeden Fall deine Eigenständigkeit, deine Teamarbeit und deine Kommunikationsfähigkeiten weiterentwickeln.

Diese Schlüsselkompetenzen werden ergänzt um konkretes Fachwissen aus deiner Tätigkeit: pädagogische Kenntnisse in einer Kinderbetreuungseinrichtung, medizinisches Fachwissen in einer Pflegeeinrichtung oder auch naturwissenschaftliches, politisches oder technisches Verständnis je nach Aufgabenbereich.

Gerade bei den staatlich (mit)finanzierten Freiwilligendiensten stehen neben dem praktischen Lernen auch formale Seminare und Weiterbildungstage auf dem Programm. Diese Qualifikationen sind natürlich für deinen späteren Berufsweg von Vorteil.

3. Berufliche Orientierung

Die „Auszeit“ als Freiwilliger gibt dir Raum und Möglichkeit für deine berufliche Orientierung. Du denkst, der Pflegeberuf ist das Richtige für dich? Im Freiwilligendienst kannst du es ausprobieren und dabei schon einen ersten Schritt in diese Karriere machen oder dich im Anschluss entscheiden, doch einen anderen Weg einzuschlagen.

Oder hast du noch gar keine Idee, was du nach dem Abi machen sollst? Dann probiere im Freiwilligendienst einfach mal was aus, auch wenn du vorher nicht genau weißt, was der Job mit sich bringt. Entweder du entdeckst gerade jetzt deinen Traumberuf, oder du lernst, was du in deinem späteren Berufsleben gerade vermeiden möchtest! Auf jeden Fall erlebst du einen Beruf hautnah – eine Erfahrung, die du nicht in der Schule oder durch Berufswahltests und Infobroschüren sammeln kannst.

Ein kleines Plus obendrauf: Da FSJ, FÖJ und BFD als Bildungsjahre zählen, wird diese Zeit bei der Bewerbung um einen Studienplatz als Wartesemester angerechnet!

4. Finanzielle Sicherheiten im Freiwilligendienst

Natürlich heißt Freiwilligenarbeit auch Verzicht – Verzicht auf ein gutes Gehalt. Aber es gibt kaum eine bessere Zeit in deinem Leben, um diesen Verzicht erbringen zu können. Die meisten Schulabsolventen haben keine oder nur wenige laufende Kosten: in der Regel keine eigenen Kinder, die unterstützt werden müssen, häufig noch keine eigene Wohnung, Schulden oder sonstige Lasten.

Natürlich brauchst du trotzdem etwas Geld zum Leben. Im Rahmen der (Jugend-)Freiwilligendienste FSJ, FÖJ und BFD erhältst du diese finanzielle Unterstützung: Alle Versicherungskosten werden von der gemeinnützigen Organisation übernommen. Entweder wird dir eine Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung gestellt oder du erhältst die Kosten hierfür erstattet. Hinzu kommt noch ein Taschengeld. Dein Anspruch auf Kinder- und Waisengeld entfällt in dieser Zeit ebenfalls nicht.

Freiwilligendienste vorgestellt: FSJ, FÖJ und BFD

Der deutsche Staat hat Freiwilligen-Förderprogramme eingerichtet, die speziell jungen Leuten das freiwillige Jahr erleichtern sollen: durch Betreuung, finanzielle Absicherung und strukturierte Arbeitsabläufe. Zu den größten und bekanntesten gehören das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD).

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Beide Programme werden im Rahmen des Gesetzes zur Förderung der Jugendfreiwilligendienste vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geregelt. Um FSJ-ler oder FÖJ-ler zu werden, musst du deine Schulpflicht beendet haben und nicht älter als 27 Jahre sein. Dann kannst du dich direkt bei einer sogenannten „Trägerorganisation“, also bei der gemeinnützigen Einrichtung, in der du dich engagieren willst, bewerben.

Diese Trägerorganisation muss von bestimmten Behörden anerkannt sein, um die Förderung vom deutschen Staat zu erhalten. ABER: Deine Einsatzstelle muss sich nicht in Deutschland befinden! Das heißt, du kannst dein FSJ oder FÖJ auch im Ausland absolvieren, solange die Trägerorganisation auch einen Sitz in Deutschland hat. Informationen zu den Auflaufstellen, bei denen du dich bewerben kannst, findest du beim BMFSFJ. Eine Übersicht möglicher Einsatzstellen siehst du in der Tabelle weiter unten.

Wie der Name schon sagt, dauern das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr in der Regel zwölf Monate. Du kannst die Zeit aber auch auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern. Wenn du die Gesamtzeit von 18 Monaten nicht übersteigst, kannst du auch beide Freiwilligendienste kombinieren. Außerdem hast du pro Monat einen Anspruch auf mindestens zwei Tage Urlaub. Die wöchentliche Arbeitszeit im FSJ und FÖJ darf 39 Stunden nicht übersteigen.

Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ersetzt seit der Abschaffung der Wehrpflicht den Zivildienst, der damals anstelle des Bundeswehrgrunddienstes geleistet werden konnte. Die Einsatzstellen für den BFD sind ähnlich wie beim FSJ und FÖJ – eine Übersicht findest du unten in der Tabelle.

Nach Abschluss der Schulpflicht kannst du dich für den BFD bewerben. Bis 27 Jahre wird dir die Freiwilligenarbeit in Vollzeit finanziert. Danach haben Erwachsene und Rentner noch immer die Möglichkeit, einen BFD in Teilzeit zu absolvieren. Der Bundesfreiwilligendienst dauert in der Regel ein Jahr, kann aber ebenfalls auf sechs Monate verkürzt oder bis auf zwei Jahre verlängert werden. Ein BFD im Ausland ist nicht möglich, allerdings gibt es weiterhin den „Anderen Dienst im Ausland“, der früher als Auslandseinsatz für Zivildienstleistende gegründet wurde.

Eine Einsatzstelle für den BFD zu finden, ist etwas einfacher als beim FSJ oder FÖJ. Dafür stellt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eine zentrale Einsatzstellensuche sowie zahlreiche Berater/innen zur Verfügung. Die Einsatzstellen müssen zu keiner Trägerorganisation gehören, sondern können sich auch direkt einer Zentralstelle anschließen.

Wenn du dennoch eine genaue Vorstellung hast, bei welcher gemeinnützigen Einrichtung du dich als „BuFDi“ einsetzen möchtest, kannst du diese Einrichtung direkt ansprechen und gegebenenfalls eine kurzfristige Anerkennung für den BFD anstoßen. Aktuell hat jedoch das Bundesamt einen Aufnahmestopp bis zum 31. August 2014 für neue Freiwilligenstellen verhängt. Mit dieser Maßnahme sollen BFD-Stellen frei gehalten werden für Schulabsolventen, die im Sommer 2014 ihr Abitur oder ihren Realschulabschluss machen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von FSJ, FÖJ und BFD als PDF

Freiwilligenarbeit lohnt sich!

Neben FSJ, FÖJ und BFD gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, dich ehrenamtlich zu engagieren. Gerade Auslandsdienste wie der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) und das weltwärts-Programm sind sinnvolle Alternativen für alle, die mit dem Gedanken spielen nach dem Abitur „durch die Welt zu Reisen“. Auch die Freiwilligenarbeit in Deutschland öffnet viele Türen für den Freiwilligen. Auf jeden Fall lohnt sich der Freiwilligendienst für dich mindestens genauso stark wie für die gemeinnützige Organisation, in der du deine Arbeitszeit für den guten Zweck einsetzt.



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