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BAföG: Staatliche Förderung im Studium

BAföG

Vollzuschuss, Zuschuss, Inlands- und Auslands-BAföG, Staats- oder Bankdarlehen…

BAföG tritt in unterschiedlichen Facetten auf. Für Studenten fällt der Vollzuschuss als Förderungsmöglichkeit aus dem Angebot raus. Doch wer bekommt den Zuschuss, wer ein Staats- oder Bankdarlehen? Lese die folgenden Erklärungen zu den verschiedenen BAföG-Arten, Förderungsmöglichkeiten und der Rückzahlung:

Zuschuss

Lediglich Schülern steht der staatliche Vollzuschuss zu. Studierenden und solchen, die es werden wollen, steht BAföG als Zuschuss zu. Dies gilt sofern sie förderungsfähig sind und sie oder die Eltern die Einkommensgrenze nicht überschreiten. Zur Hälfte schenkt der Staat Studierenden dann die Förderungssumme als Zuschuss, zur zweiten Hälfte vergibt er ein zinsloses Staatsdarlehen. Der Förderungshöchstsatz liegt bei 670 EUR monatlich.

Die BAföG-Ämter finanzieren darüber hinaus deine Auslandsstudiengebühren, wenn sie die gesetzliche Höhe für ein Jahr nicht überschreiten. Dies bedeutet, dass du auch im Rahmen deines regulären Inlandsstudiums ins Ausland gehen und dein BAföG mitnehmen kannst. (Weitere Regelungen gelten im Rahmen des Auslands-BAföG.)

Im neuen BAföG bleibt dir die Ausbildungsförderung auch über die Förderungshöchstdauer hinaus, wenn du einmalig die Studienrichtung änderst. Desweiteren gilt dies auch wenn du aufgrund von Behinderung, Schwangerschaft oder Erziehung eines Kindes bis zum zehnten Lebensjahr länger studierst.

Staats- oder Bankdarlehen

Wie bereits beschrieben zählt die Hälfte deines BAföGs als Staatsdarlehen. Steht dir diese Form des BAföGs jedoch nicht zu, so kannst du auch ein Bankdarlehen beantragen. Dieses BAföG-Bankdarlehen steht denen zur Verfügung, die eine weitere Ausbildung durchlaufen müssen, um einen angestrebten Beruf rechtlich ausüben zu können. Ein Beispiel ist hier der Master of Education, um im Lehramt arbeiten zu können.

Auch besteht die Möglichkeit, diese Art der Studienförderung zu erhalten, wenn die besondere Gesamtsituation des einzelnen Studierenden erfordert. Beispielsweise trifft dies zu, wenn das BAföG als Hilfe zur Erlangung des Studienabschlusses dient.

Beide Formen der Ausbildungsförderungen dienen denjenigen Studenten, die im Inland studieren wollen. Hier findest du umfassende Informationen zum Auslands-BAföG.

Förderungsfähig sind…

Neben anderen Ausbildungswegen qualifizieren dich der Besuch einer Fachhochschule, Akademie oder Hochschule prinzipiell als förderungsfähig. Doch neben dem Einkommen der Eltern musst du weitere Bedingungen erfüllen. Du musst

  • in Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft, einer Aufenthaltsgenehmigung oder des Daueraufenthalts- und Niederlassungsrecht sein,
  • über die Voraussetzungen für die angestrebte Bildung verfügen. Für ein Bachelor-Studium ist das die allgemeine oder Fachhochschulreife, für ein Master-Studium ein Bachelor- oder gleichwertiger Abschluss,
  • die notwendige Ernsthaftigkeit beweisen. Im Klartext heißt das, dass du bestimmte Leistungsnachweise erbringen musst (in der Regel ab dem fünften Semester, gegebenenfalls zu Zwischenprüfungen, etc.),
  • dein Bachelor-Studium vor Vollendung des 30. Lebensjahrs und dein Master-Studium vor Vollendung des 35. Lebensjahrs beginnen.

Treffen diese Voraussetzungen auf dich zu, so bist du förderungsfähig. Nutze auch die Informationsseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, um herauszufinden, ob und wie viel BAföG zusteht.

BAföG-Antrag: Wo muss ich hin? Was muss ich tun?

Um dein BAföG zu beantragen füllst du einen schriftlichen Antrag und ein paar Formblätter aus. Für Studierende, die ein Studium innerhalb Deutschlands anstreben, trägt das Studentenwerk der jeweiligen Hochschule die Verantwortung, die Beantragung entgegen zu nehmen.

Generell benötigst du einige Dokumente, Nachweise und Formblätter. Doch der erste schriftliche Antrag darf völlig formlos bei der Behörde eingehen. Dies liegt darin begründet, dass du in jedem Fall die Fristen wahren solltest. Beantragst du BAföG beispielsweise erst im Oktober eines Jahres, beginnst aber bereits im September dein Studium, so wird dir rückwirkend keine Ausbildungsförderung ausgezahlt. Stelle deinen BAföG-Antrag also unbedingt spätestens in dem Monat, in dem du auch dein Studium beginnst. In der Regel helfen die Verantwortlichen der Studentenwerke gerne und beantworten dir alle Fragen. Keine falsche Scheu – kontaktiere die verantwortlichen Stellen lieber rechtzeitig.

Rückzahlung und Verpflichtungen

Einer der großen Vorteile der BAföG-Förderung ist die Rückzahlungsbegrenzung. Denn obwohl du zur Hälfte ein zinsloses Staatsdarlehen erhältst, welches unter Umständen einen Gesamtbetrag von 10 000 EUR überschreiten kann, zahlst du maximal diese 10 000 EUR zurück. Neben dieser angenehmen Begrenzung beginnt die Rückzahlungsphase des BAföGs auch erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer oder Ausbildung. Mit monatlich minimal 105 EUR tilgst du das Darlehen über einen Zeitraum von 20 Jahren. Dies gilt aber nur, wenn du mehr als 1070 EUR monatlich verdienst.

Vor- und Nachteile am BAföG

Bei der staatlichen Ausbildungsförderung handelt es sich um eine rentable und zuverlässige Option, sich das Studium zu finanzieren. Wir listen die Vor- und Nachteile am BAföG.

Vorteile

Die Verpflichtung, die du mit dem Erhalt von BAföG eingehst, bleibt vergleichsweise gering. Zwar bist du während des Studiums ab spätestens dem fünften Semester verpflichtet, regelmäßig Leistungsnachweise zu liefern. Dennoch wird dir BAföG beispielsweise nicht mehr gestrichen, wenn du dich nach einem Semester für eine andere Studienrichtung entscheidest, du ein Auslandssemester oder –praktikum absolvieren möchtest oder du arbeitest. Selbstverständlich gilt es in diesen Fällen Einiges zu beachten, doch die Unterstützung steht dir weiterhin zu.

Da es sich bei BAföG um eine staatliche Förderung handelt, kannst du dich auf flexible und moderate Rückzahlungsaussichten verlassen. Erst fünf Jahre nachdem du dein Studium beendest, fordert man eine Rückzahlung. Diese richtet sich aber stets nach deinem Gehalt. Von allen Darlehensformen repräsentiert BAföG die Finanzierungsmöglichkeit, die dich am wenigsten unter Druck setzt.

Nachteile

Der größte Nachteil an dieser Form der Ausbildungsförderung liegt darin, dass BAföG nicht jedem zusteht. Darüber hinaus ist die Beantragung vergleichsweise langwierig, da es sich um einen bürokratischen Prozess handelt. Du kannst aber beruhigt sein: In den letzten Jahren bemühen sich die BAföG-Ämter, den Verwaltungsprozess zu minimieren und Studenten die Förderung schnellstmöglich zukommen zu lassen.

Begriffserklärung

Alles rund ums BAföG unterliegt dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Abkürzung steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz und bezeichnet, was drin ist. Das Gesetz legt fest, dass alle jungen Menschen unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und sozialen Herkunft eine Ausbildung absolvieren können müssen, die den individuellen Fähigkeiten und Interessen entspricht. Weiter legt das Gesetz daher fest, dass jedem jungen Menschen, der finanzielle Unterstützung benötigt, um eben diese Ausbildung zu absolvieren, staatliche Unterstützung zusteht. Kurz um: du möchtest studieren, benötigst aber finanzielle Unterstützung? Nutze BAföG als erste Anlaufstelle!