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Studieren an der Fachhochschule
FH-Studium: Praxis und Theorie in einem

Fachhochschule

Die perfekte Kombination aus Praxis und Theorie

University of Applied Sciences – Hochschule der angewandten Wissenschaften!? Das beschreibt Fachhochschulen fast besser als der Begriff "Fachhochschule" selbst. Erst seit 1969 gibt es sie. Entstanden sind sie aus Ingenieurschulen und Fachschulen, um praxisorientiertes Wissen zu vermitteln, das gleichzeitig wissenschaftlich fundiert ist. Damit sollte eine Lücke zwischen der praktischen Berufsausbildung und dem damals extrem theoretischen Universitätsstudium geschlossen werden.

Heute hast du an über 200 Fachhochschulen ein praxisbezogenes Studienangebot zur Auswahl. Theorie steht hier natürlich auch auf dem Stundenplan – jedoch kombiniert mit der Praxis. Praktika und Praxissemester sind bei vielen Studiengängen Pflicht.

Studieren an der Fachhochschule

Rechtlich sind Abschlüsse von Universitäten und FHs gleichgestellt. Die Unterschiede: An Fachhochschulen wird weniger geforscht und mehr gelehrt. Außerdem dürfen FHs keine Doktoranden ausbilden – auch wenn hier immer wieder Änderungen diskutiert werden.

Typische Studiengänge an Fachhochschulen sind Ingenieurswesen, Informatik, Medien, Soziale Arbeit, aber auch wirtschaftliche Studiengänge. Insgesamt ist das Bachelor-Studienangebot (über 3000 FH-Bachelor) sehr breit, aber nicht ganz so vielseitig wie an Universitäten (knapp 4000 Uni-Bachelor). Entsprechend viele Studierende entscheiden sich für ein FH-Studium: Rund 40 Prozent aller Studienanfänger gehen zur Fachhochschule, beim Bachelor-Studium hält es sich sogar die Waage: knapp 176.000 Bachelor-Studienbeginner sowohl für die FH als auch für die Uni.

Im Gegensatz zu einer Universität beginnt das Wintersemester an der Fachhochschule bereits im September eines Jahres und das Wintersemester im März. Außerdem ist die vorlesungsfreie Zeit mit vier Monaten etwas kürzer als an Unis.

Ein weiterer Unterschied ist die Art des Lehrens. Das Studium an der Fachhochschule ist wesentlich "verschulter" und findet häufig in kleineren Arbeitsgruppen statt. Während du den Hörsaal in der Uni mit 1000 Studenten teilst, lernst du an der FH eher in "Klassen" mit festen Kommilitonen. Zudem ist der Stundenplan oft vorgegeben und man hat weniger Wahlfächer zur Verfügung. Dafür ist es besser organisiert und somit in der Regelstudienzeit machbar.

Durch den erhöhten Praxisanteil verlängert sich das Studium um ein bis zwei Semester im Vergleich zum Universitätsstudium. Doch das ist keine verlorene Zeit. Du hast bereits früh die Chance Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen.

Voraussetzungen und Perspektiven mit dem FH-Studium

An einer Fachhochschule studieren darf jeder mit einer Fachhochschulreife oder einem Abitur. Die Zulassungsbeschränkungen zu den Studiengängen sind meist etwas niedriger als an Universitäten. Deine Bewerbungsunterlagen schickst du direkt an die FH deiner Wahl.

Du magst vielleicht zweifeln, ob du Nachteile hast, wenn du an einer Fachhochschule studierst. Kollegen von der Universität verdienen manchmal mehr, das stimmt. Doch in der kurzen Zeit, in der es erst Fachhochschulen gibt, hat sich der FH-Absolvent einen guten Ruf erarbeitet. Besonders technische FH-Absolventen sind bei den Arbeitgebern gefragt. Durch die Bologna-Reform sind Kennzeichnungen wie Dipl.-Ing. (FH) weggefallen. Nach außen ist also nicht mehr erkenntlich, wo du deinen Bachelor-Titel erworben hast.

Wenn du nach dem Bachelor-Studium nicht in den Arbeitsmarkt einsteigen, sondern weiterstudieren möchtest, sind deine Perspektiven etwas schlechter. Das Angebot der Fachochschulen an Master-Studiengängen und -plätzen ist begrenzt, da viele FH-Studenten nach dem Bachelor-Abschluss in den Beruf einsteigen. Zudem muss dir klar sein, dass es mit einem FH-Bachelor in der Praxis schwieriger ist einen Masterstudienplatz an einer Universität zu erlangen.

Die Kombination aus Theorie und Praxis macht dich schnell fit für den Arbeitsmarkt. Wer also schnell und organisiert in den Beruf einsteigen, aber das richtige Studentenleben genießen will, ist an der Fachhochschule gut aufgehoben.

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