Studium in Frankreich

In Frankreich ist Hochschule nicht gleich Hochschule. Es besteht ein großer Unterschied im akademischen Anspruch und dem Ruf zwischen den sogenannten „Universités“ und den berühmten „Grandes Écoles“. Von den ersteren hat Frankreich knapp über 90, während die Zahl der französischen Kaderschmieden, den „Grandes Écoles“, eher gering ist. Die Universités sind vergleichbar mit Hochschulen oder Fachhochschulen in Deutschland. Die Grandes Écoles sind berühmt für ihre strenge Auswahl der Studenten und dafür, dass sie die Elite des Landes hervorbringen. Daneben gibt es noch ca. 200 sogenannte „Écoles d'Ingenieurs“, die sich um die Ausbildung zukünftiger Topingenieure kümmern.

Weitergehend gibt es eine relativ große Anzahl an Privathochschulen, viele davon im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Traditionell ist Frankreich eines der beliebteren Länder in dem Deutsche ein Auslandsstudium absolvieren. Das hängt wohl auch mit der Tatsache zusammen, dass viele deutsche Schüler früh Französisch lernen. Im Jahr 2015 waren knapp 6.400 Deutsche in Frankreichs Hochschulen zum Vollzeitstudium eingeschrieben.

Studieren in Frankreich – Bewerbungskriterien und Französischkenntnisse

Die wichtigste Voraussetzung, um in Frankreich zu studieren, ist die Sprache. Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Sprache und ein Großteil der Studiengänge ist auf Französisch. Die Bewerbung an einer französischen Hochschule ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert. Du kannst dich, bis auf die Fächer Medizin, Pharmazie oder Zahnmedizin in Paris, problemlos direkt bei der Hochschule bewerben. Dazu benötigst du nur dein ins Französische übersetztes Abiturzeugnis.

Im Falle von Medizinstudiengängen, aber auch nur in der Region um Paris, musst du dich bei einer Zentralstelle bewerben. Allerdings ist der Zugang zum ersten Jahr für Studenten, die ihren Wohnsitz nicht in Paris oder Umgebung haben, leider verwehrt. Bei einigen Studiengängen an den Universités gibt es Zugangstests und/oder Auswahlverfahren. Bei den Grandes Écoles ist das anders, dort musst du dich immer auf ein hartes Auswahlverfahren und Prüfungen vorbereiten.

Eine zentrale Vorschrift über genaue Französischkenntnisse gibt es nicht. Es kann aber sehr wohl vorkommen, dass die einzelnen Hochschulen Sprachtests oder offizielle Nachweise verlangen. Es kann also nicht schaden, schon einmal eine offizielle französische Sprachprüfung zu durchlaufen, zumal das die Chance erhöht, einen Studienplatz zu bekommen. Beispielsweise das sogenannte DELF-Diplom, welches du überall an den „Instituts Francaises“ in Deutschland absolvieren kannst oder oft auch an Schulen angeboten wird. Näheres erfährst du auch von den jeweiligen Hochschulen und auf den Webseiten der französischen Kulturinstitute in Deutschland.

Studium in Frankreich – Die Finanzfragen

Die Studiengebühren in Frankreich sind vergleichsweise noch recht gering. Sie betragen meist um die 250 Euro pro Jahr an staatlichen Hochschulen für den Bachelor. An den Grandes Écoles und den Privathochschulen kannst du mit weit mehr als 3.000 Euro pro Jahr rechnen. Der Master schlägt, ebenso wie der Bachelor, mit ungefähr 250 Euro zu Buche. Allerdings hängen die Studiengebühren sehr stark von der Art der Hochschule ab.

Die Kosten für Wohnung, Leben und Kultur in Frankreich betragen ca. 600 bis 700 Euro im Monat, wobei natürlich Großstädte wie Paris hier Ausnahmen bilden können. Je nachdem, wie gut deine Französischkenntnisse sind, gelingt es dir vielleicht auch, einen Nebenjob zu bekommen. Weitergehend kommen Kosten für die staatliche Krankenkasse hinzu, die einen Teil des Sozialversicherungssystems darstellt.

Deutsche können in Frankreich glücklicherweise Auslands-BAföG beantragen. Das heißt: Es wird geschaut, wie viel die Eltern verdienen und daran berechnet, ob du bezuschusst wirst und wenn ja, wie viel Geld du bekommst. Neben dem Auslands-BAföG gibt es noch Stipendien, für die man sich bewerben kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei verschiedenen Bankinstituten Bildungskredite zu beantragen oder Fonds in Anspruch zu nehmen.

Auch das Land Frankreich vergibt staatliche Finanzhilfe an ausländische Studenten. Stipendien der einzelnen Universitäten und Hochschulen sind eine zusätzliche Option.

Wie lange studieren Deutsche in Frankreich? Und wie sieht es aus mit der Anerkennung?

Auch Frankreich hat im Zuge des Bologna-Prozesses auf das Bachelor-Master-System umgestellt. Ebenso wie in Deutschland dauert das Bachelorstudium drei Jahre und das Masterstudium zwei Jahre. Die Ausnahmen hier sind wie in Deutschland auch Fächer im Bereich der Medizin, diese können auch mal bis zu sechs Jahre dauern.

Je nachdem, was du studierst und was du später beruflich machen möchtest, solltest du klären, ob dein Studium in Frankreich auch in Deutschland offiziell Anerkennung findet. Frankreich ist ein europäisches Land, in dem das European Credit Transfer System (ECTS) benutzt wird, um Leistungen aus dem Auslandsstudium zu vergleichen. Gerade, wenn du Arzt, Lehrer oder Rechtsanwalt werden oder einen anderen sogenannten geschützten Beruf ausüben möchtest, musst du dir im Vorhinein darüber im Klaren sein, dass die offizielle Anerkennung deiner Zeugnisse aus Frankreich besonders wichtig ist. Hole dir daher also schon mehr Informationen ein, bevor du dich um das Studium in Frankreich bewirbst. Auf der Webseite www.anabin.de kannst du schon jetzt Informationen darüber erhalten, welche französischen Hochschulen und Studiengänge in Deutschland anerkannt werden.

Studium in Frankreich - Fazit

In den letzten Jahren ist die Zahl der deutschen Studenten in Frankreich nur noch leicht gewachsen. Das hängt wohl damit zusammen, dass immer mehr Deutsche noch vor dem Abitur von Französisch auf Spanisch wechseln. Dennoch ist und bleibt Frankreich ein interessantes Land mit vielen Möglichkeiten. Wer sich für die französische Sprache, die Kultur und das berühmte „savoir vivre“ begeistert, sollte sich überlegen, in Frankreich zu studieren.

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