Fachhochschulreife – die Alternative zum Abi?

Immer mehr SchülerInnen haben den Wunsch, nach der Schule zu studieren. Doch nicht nur das Abitur ist die Eintrittskarte zu diesem Ziel. Eine gute Alternative bietet dir die Fachhochschulreife, auch bekannt als Fachabi.

Was ist die Fachhochschulreife (FHR) eigentlich?

Im Grunde ist die Fachhochschulreife ein fachbezogenes Abitur, welches etwas anders gewichtet und aufgebaut ist als das klassische Abi. Es ist beispielsweise aufgeteilt in einen theoretischen und praktischen Teil. Um das Fachabitur zu absolvieren, kannst du auf ein Berufskolleg oder auf ein normales Gymnasium gehen.  

FHR auf dem Berufskolleg

Berufskollegs bieten das fachbezogene Abitur in vielen verschiedenen Bereichen an. Um den Abschluss zu erwerben, hast du zunächst eine zweijährige, berufsbezogene Schulzeit. Dort hast du also Fächer, welche dir verschiedene Themen deines gewählten Bereichs vermitteln. Beispielsweise hast du für Wirtschaft das Fach BWL oder für Gestaltung das Fach Grafikdesign. Anschließend bekommst du ein Abschlusszeugnis. Nach dieser theoretischen Phase steht ein halbjähriges Praktikum in deinem Bereich an, denn auch dies wird für die Fachhochschulreife benötigt.

FHR auf dem Gymnasium

Grundsätzlich bieten Gymnasien das fachbezogene Abitur nicht an, jedoch kannst du dieses beantragen. Das bedeutet, dass du ganz normale Schulfächer hast, jedoch nur zwei anstatt drei Jahre in der Oberstufe verbringst. Damit dir der Abschluss jedoch anerkannt wird, musst du einige Bedingungen nach Ende des ersten Jahres der Qualifikationsphase erfüllt haben. Informationen dazu findest du beim Schulministerium oder bei den zuständigen Bezirksregierungen. Danach kannst du ein einjähriges Praktikum in dem von dir angestrebten Bereich absolvieren.

Praktikum

Damit dein angestrebter Abschluss später gültig ist und dir erlaubt, in allen Bundesländern zu studieren, musst du ein halb- bzw. einjähriges Praktikum absolvieren. Dazu musst du einen Praktikumsvertrag in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb abschließen. Bei Unklarheiten geben dir die zuständigen Bezirksregierungen Auskunft. Dein Praktikumsplatz muss jedoch einige Anforderungen erfüllen, um dir einen gültigen Abschluss zu versichern. Du hast auch die Möglichkeit, dein Praktikum in Teilzeit abzuleisten. Je nachdem, wie viele Stunden du pro Woche oder Monat arbeitest, verändert sich damit aber auch die Länge des Praktikums.

Ein Praktikum klingt nicht gerade aufregend? Das hängt ganz davon ab, was du daraus machst! Such nach Firmen, die dich wirklich interessieren, sodass die dort verbrachte Zeit spannend und lehrreich wird. In vielen Fällen kannst du das Praktikum sogar im Ausland absolvieren und so Auslandserfahrungen sammeln. Kannst du dir etwas Besseres vorstellen, als nach der Arbeit mit Freunden kanadische Wälder zu entdecken oder an den Stränden von Hawaii zu surfen?

Abschluss der FHR

Die Durchschnittsnote der Fachhochschulreife errechnet sich ausschließlich aus dem schulischen Teil und wird auf einem Abschlusszeugnis vermerkt. Neben diesem bekommst du eine Bescheinigung deines Praktikumsbetriebes. In Nordrhein-Westfalen reicht diese Kombination aus, um ein Studium beginnen zu können. In den anderen Bundesländern muss in der Regel eine Gesamtbescheinigung bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden.

Studieren mit der FHR

Mit der Fachhochschulreife steht dir die Welt der Studiengänge offen. Da der Abschluss allerdings nicht von Universitäten akzeptiert wird, musst du dich bei deiner Suche auf Fachhochschulen beschränken. Diese Einschränkung ist im Grunde auch das, was die beiden Schulabschlüsse am meisten voneinander unterscheidet.

Nichtsdestotrotz werden die meisten Fachbereiche sowohl an Unis als auch an FHs angeboten, und auch der Abschluss ist der gleiche. Also mach dir keine Sorgen – du kannst über beide Wege erfolgreich ins Berufsleben starten. Nicht wenige bevorzugen ein Studium an der Fachhochschule sogar, da es grundsätzlich etwas praxisbezogener ist als das universitäre Studium. Weitere Informationen zu Fachhochschulen und dem Unterschied zur Uni findest du in unserem YouTube- Video „Tipps zur Studienwahl - Uni oder FH? Wo habe ich bessere Karrierechancen?“.

Informationen zur FHR

Informationen zur Fachhochschulreife bekommst du in den zuständigen Bezirksregierungen oder Schulministerien. Außerdem kannst du dich auch bei den Fachhochschulen selbst informieren. Falls du gerne genauere Anforderungen lesen oder einen Praktikumsvertrag sehen möchtest, empfehlen wir dir dieses Dokument des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW.

Fazit

Die Fachhochschulreife ist eine gute Alternative zum Abitur. Trotzdem solltest du dich gut informieren, bevor du dich für den Weg entscheidest, da die beiden Abschlüsse durchaus einige Unterschiede haben. Letztendlich kommt es bei der Qual der Wahl ganz darauf an, wo deine Interessen liegen und in welchem Beruf du dich später siehst.

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