Für die Uni lernen im Campingstuhl

Studieren im Wohnwagen – eine echte Option?

Die Wohnsituation ist für viele Studenten in Deutschland bekanntermaßen schwierig, besonders in den Großstädten. Wer nicht genug Geld für die Miete zur Verfügung hat, aber sein Traumstudium entgegen aller Umstände verwirklichen will, der braucht entweder ganz viel Glück bei der Wohnungssuche oder muss kreativ werden. Neben Wohnen mit Senioren, in Kasernen oder Altenheimen, hat es manche Studenten in ihrer Not auf den Campingplatz verschlagen. Hört sich im ersten Moment absurd an, soll aber laut einigen Erfahrungsberichten im Internet (siehe unten) durchaus umsetzbar sein. Damit alles funktioniert, spielen jedoch viele Faktoren eine Rolle.

Stimmen die Grundvoraussetzungen?

Im größeren Rahmen betrachtet, steht erstmal die Frage im Raum, ob es überhaupt einen geeigneten Campingplatz in der Nähe des Campus gibt, oder bei weiter entfernten Standorten zumindest eine geeignete Zugverbindung gegeben ist. Eine andere und eventuell sogar viel entscheidendere Frage ist, ob das Konzept „im Wohnwagen studieren“ auch von der Verwaltung des Campingplatzes geduldet wird. Immerhin gilt bei Campern fast überall eine frühe Nachtruhe, weswegen ihnen Wohnwagen-WG-Partys wahrscheinlich schon in der Theorie ein Dorn im Auge sind. Hältst du dich an die Regeln, werden feste Stellplätze aber zumeist auch an Studenten vermietet. Dabei solltest du darauf achten, einen guten Deal für dich auszuhandeln. Zwar sind Stellplätze für Festcamper mit großer Wahrscheinlichkeit günstiger zu haben, als ein WG-Platz, geschweige denn eine Wohnung, aber am Ende willst du ja noch ausreichend Geld für den sonstigen Verbrauch haben.

Inventarliste für den Wohnwagen

Wer schon einmal ein Work & Travel-Jahr gemacht hat, der weiß sicherlich, dass man zur Not auch in einem Van leben kann. Für das Studium solltest du jedoch etwas mehr Platz einplanen, vorausgesetzt du möchtest wirklich dauerhaft campen. Ein einigermaßen geräumiger Wohnwagen oder ein Wohnmobil (welches jedoch teuer ist) sind zwar sperrig, aber auf Dauer als Wohnraum dankbarer.

Neben der Anschaffung eines Gefährts, bestenfalls inklusive Vorzelt und sonstiger Ausstattung, fallen monatlich auch Kosten für Gasflaschen an. Im Sommer, wenn damit nur gekocht werden muss, kann eine Flasche bis zu zwei Monate lang halten. Kritisch wird es jedoch im Winter, wenn die Temperaturen fallen und die Heizung dauerhaft läuft. Allgemein ist der Winter eine schwierige Zeit für Camper. Immerhin ist nicht jeder Wohnwagen besonders wintertauglich. Durch die Kälte wird der morgendliche Ausflug zum Waschhaus ebenfalls nicht angenehmer. Deswegen kommt die Wohnalternative „Studieren auf dem Campingplatz“ eher für Improvisatoren in Frage und eine gewisse Leidenschaft für das Projekt solltest du auch mitbringen.

Campingplatz-Idyll mit WLAN?

Ein Knackpunkt dürfte das WLAN darstellen. Fürs Studium gilt dieses vielerorts als unerlässlich. Online-Assignments, Prüfungsanmeldung, Online-Coachings, Internetbibliotheken und allgemeine Recherche für Referate und Klausuren setzen eine halbwegs beständige Internetverbindung voraus. Ob diese auch am Campingplatz, zum Beispiel in Form von Freifunk, gewährleistet ist, solltest du auf jeden Fall sicherstellen.

Bei allen Herausforderungen sind jedoch auch die Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Neben offensichtlichen, finanziellen Beweggründen, verschlägt auch die ruhige Umgebung manchen Studenten auf die Campingwiese. In lauten Großstädten haben die meisten Wohnungen und WGs maximal einen Innenhof oder einen kleinen Balkon zu bieten, welche jedoch selten einen Ort der Entspannung darstellen. Im Wohnwagen gibt es hingegen den Ausblick auf die grüne Wiese, auf der sich problemlos auch grillen lässt. Wer kein Problem damit hat, alleine und wahrscheinlich etwas fernab vom Campustrubel zu wohnen, der kann sich mit der Zeit sein eigenes kleines Reich schaffen. Außerdem ist das Ganze auch ein aufregendes Experiment, welches bei Kommilitonen sicherlich für Erstaunen sorgt.

Ein kleiner Pluspunkt ist, dass sich so ein Stellplatz in der Regel leicht kündigen lässt und du, anders bei einem WG-Platz, nicht nach einem Nachmieter suchen musst, falls es dich aus irgendeinem Grund woanders hin verschlagen sollte.

Fazit

Wer sich in Sachen Studentenwohnungen unabhängig machen und seine Ruhe haben will, für den könnte der Campingplatz ein willkommener und im Idealfall kostengünstiger Rückzugsort sein. Etwas Erfindertum und Improvisation sind bei diesem kleinen Abenteuer aber trotzdem Voraussetzung. Auch müssen die Grundbedingungen (Lage, Kosten, Verkehrsverbindung usw.) stimmen. Wer ein paar Einschränkungen jedoch in Kauf nimmt, der kann theoretisch auch vom Campingstuhl aus für die Uni lernen.

Hier findest du ein paar Erfahrungsberichte zu dem Thema:

Studentenbude auf dem Campingplatz – So lebt es sich als Student im Wohnwagen >>

Warum ich auf dem Campingplatz wohne >>

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