Studium in Belgien

Allgemeines zum Studieren in Belgien

Unser Nachbarland Belgien ist ein weltweit, vor allem aber bei den Deutschen, beliebtes Studienziel. Hier winkt nicht nur eine internationale Campusatmosphäre, sondern auch eine Vielzahl an Studienmöglichkeiten mit günstigen Konditionen. Neben den 51 Fachhochschulen, wie der Hogeschool Gent oder Haute École de Bruxelles, existieren 15 weitere Universitäten, zu denen u.a. die bekannte Universiteit Hasselt und auch die Universiteit Antwerpen gehören. Da viele Studiengänge zulassungsfrei sind, haben Studieninteressierte an den jeweiligen Fakultäten und Einrichtungen freie Wahl zwischen Fächern aus den Bereichen Recht, Medizin, Geistes- sowie Wirtschafts- und Naturwissenschaften.
Selbstständiges Denken und Lernen sowie Kreativität werden an belgischen Hochschulen bekanntlich sehr groß geschrieben. Zeitgleich gilt der belgische Unterricht mit vielen Tests und Hausarbeiten als vergleichsweise verschult. Dieser Umstand begünstigt allerdings, dass das Studium von den meisten Studierenden erfolgreich in der Regelstudienzeit abgeschlossen wird.

 

Bewerbung und Sprache an belgischen Hochschulen

Mit einem deutschen Abitur hast du an belgischen Hochschulen zunächst keine Probleme.
Wer allerdings im französischsprachigen Teil Belgiens, Wallonien, studieren möchte, muss eine Anerkennung des Sekundarabschlusses beim Bildungsministerium beantragen. Benötigt werden hierfür lediglich eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses und der Geburtsurkunde sowie eine meist deutschsprachige schriftliche Darlegung der eigenen Motivation. Dem Schreiben legst du den Nachweis zur Zahlung der Verwaltungsgebühren bei, ehe das Ganze fristgerecht (jährlicher Einsendeschluss: 15. Juli) an das wallonische Bildungsministerium geschickt wird. Versende die Unterlagen am besten bereits vor Mitte März, da die Bearbeitung einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Im niederländischsprachigen Teil Belgiens, Flandern, gestaltet sich das Ganze ein wenig einfacher: Mit dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife kannst du dich meist direkt bei deiner Wunsch-Uni bewerben. Sieh dir vorher die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen der Hochschule an, um sicherzugehen, dass du alle Kriterien erfüllst. Als Inhaber der Fachhochschulreife solltest du dich zusätzlich bei der jeweiligen Einrichtung erkundigen, ob dein Abschluss anerkannt wird.
Da der Unterricht in der jeweiligen Regionssprache abgehalten wird, müssen zudem obligatorische Sprachprüfungen absolviert werden. Hier gelten Französisch in Wallonien, Niederländisch in Flandern und Deutsch in der deutschsprachigen Gemeinschaft als maßgeblich. In Brüssel werden je nach Hochschule und Fach entweder französische oder niederländische Sprachkenntnisse verlangt. Damit das Studium nicht an Sprachschwierigkeiten scheitert, empfiehlt es sich somit, einen Intensivsprachkurs bzw. Sprachvorbereitungskurs zu besuchen. Diese finden meist im Sommer vor Studienbeginn und danach studienbegleitend statt. Bei der Aufnahme in einen ingenieurswissenschaftlichen oder medizinischen Studiengang sind zusätzliche Aufnahmeprüfungen vorgesehen. Wer den anschließenden Sprach- bzw. Aufnahmetest erfolgreich bestanden hat, kann sich problemlos immatrikulieren.

Was kostet das Studium in Belgien?

Die belgischen Studiengebühren von i.d.R. bis zu 500 € pro Semester erweisen sich  im europäischen Vergleich als recht moderat. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Auslandsaufenthalt zu finanzieren, beispielsweise in Form universitärer Austauschprogramme wie Erasmus oder Sokrates, durch Stipendien des DAAD, Auslands-BAföG oder Bildungskredite. Für die Lebensunterhaltskosten sollten ca. 800 Euro im Monat eingerechnet werden, wobei das vom Studienort und dem eigenen Lebensstil abhängig ist. Während die Mieten in größeren Städten etwas höher ausfallen, liegen die durchschnittlichen Zimmerpreise für Studenten noch immer bei ca. 150 bis 350 Euro – im Vergleich zu Deutschland also relativ niedrig.

Was studiert man in Belgien und was wird anerkannt?

Deutsche Studieninteressierte finden immer häufiger den Weg nach Belgien, um Medizin zu studieren. Ein Numerus Clausus ist hier eher die Ausnahme, außerdem bestechen die medizinischen Hochschulen Belgiens insbesondere durch ihre fachliche Kompetenz und die recht günstigen Studiengebühren. Daneben ist das Land aufgrund seiner langen und vielseitigen Geschichte reich an kulturellen und künstlerischen Einrichtungen, welche u.a. die Aufmerksamkeit angehender Sprach-, Kultur- sowie Regionswissenschaftler auf sich ziehen.
Die Anerkennung der Studienleistungen aus Belgien verläuft generell problemlos, da mit dem Bologna-Prozess auch an belgischen Hochschulen die Bachelor- und Master-Struktur mit das damit verbundene ECTS- System eingeführt wurde. Dennoch solltest du noch vor Studienbeginn bei der Heimat- sowie Gastuniversität klären, ob und inwiefern die jeweiligen Leistungen angerechnet werden können. Hierfür gehst du am besten zum Prüfungsamt deiner Heimatuni oder schreibst das zuständige staatliche Prüfungsamt an. Da Belgien und Deutschland bilaterale Abkommen geschlossen haben, werden erworbene akademische Titel gleichermaßen anerkannt.

Hochschulen in Belgien

Studium in Belgien – Fazit

Belgien bietet vor allem weltoffenen und vielseitig interessierten Menschen eine erfahrungsreiche Studienzeit: Das rund 11,3 Millionen Einwohner große Land mit seinen verschiedensprachigen Regionen lädt zum interkulturellen Austausch ein und hat selbst eine reiche Kultur und Geschichte vorzuweisen. Gerade die breit gefächerte Auswahl an zulassungsfreien Studiengängen garantieren gute Aussichten für deine berufliche Zukunft. So bist du Deutschland sehr nahe, kannst aber zeitgleich international und vielseitig studieren.

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