Sind wir mit Beginn des Studiums plötzlich erwachsen?

Mit dem Abi in der Tasche in die große weite Welt. Für viele frischgebackene Schulabgänger fühlt sich dieser Schritt an wie der Schritt von der Kindheit ins Erwachsenenleben. Doch die meisten merken bei Beginn eines Studiums ganz schnell: Diese Idee stimmt nur so halb. Warum am Sprichwort „Alt wird man von selbst – erwachsen werden erfordert etwas mehr Einsatz“ etwas dran ist, das erfährst du in diesem Artikel.

Warum wir nicht plötzlich erwachsen sind

Von zuhause ausziehen, sich langsam für ein Berufsfeld entscheiden, selbstständig den Tag gestalten. Mit all diesen Veränderungen müsste das erwachsen werden doch eigentlich ganz von allein kommen, oder?

Nach dem Hochmut kommt ja bekanntlich der Fall. Diese Realisation bahnt sich bei vielen Schulabgängern sogar schon vor Studienbeginn an. Die erste Hürde eröffnet sich nämlich direkt bei der Bewerbung fürs Studium. Was soll ich studieren? Wo soll ich das studieren? Ist meine Abiturnote ausreichend? Welche Dokumente muss ich wann wohin schicken, um mich rechtzeitig zu bewerben? All das fühlt sich ein bisschen so an, als würde dich jemand ins kalte Wasser schmeißen. Richtig vorbereitet kannst du dafür gar nicht sein. Das Gute daran: 99 Prozent deiner neuen Mitstudenten wird es ganz genauso gehen. So könnt ihr euch zusammen in den Bürokratie-Dschungel deutscher Hochschulen tasten.

Darüber hinaus wird ziemlich schnell klar, dass „erwachsene Dinge tun müssen“ nicht unbedingt das Gleiche ist wie „erwachsen sein“. In deiner neuen WG müssen, wie in jeder anderen Wohnung auch, Böden gestaubsaugt, Bäder geputzt und Mülleimer geleert werden. Der Unterschied zum Haus deiner Eltern ist bloß, dass du nun mit einem Haufen Studenten zusammenwohnst, der genauso wenig über den Haushalt weiß wie du. Dass geputzt werden muss, heißt also noch lange nicht, dass auch geputzt wird…

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“

Klar, nach einiger Zeit fühlt man sich vertrauter mit den Formalitäten der Hochschule und dem Geräusch einer Waschmaschine. Was bei den meisten jedoch ausbleibt, ist dieses erwartete Gefühl des „erwachsen seins“. Früher dachtest du vielleicht, wenn man „groß“ ist, weiß man, wie alles funktioniert. Vielmehr wird dir mit der Zeit aber bewusst, wie wenig die Erwachsenen um dich herum tatsächlich im Griff haben. 

Beispielsweise bemerkst du nach ein paar Semestern vielleicht, dass das Prüfungsamt auch nicht so genau weiß, welche Vorgaben wo erfüllt werden müssen. Oder du realisierst während der Fahrt in die Heimat, dass die Deutsche Bahn nicht aus Boshaftigkeit zu spät ist, sondern lediglich aufgrund von mangelnder Planung. Einerseits ist das natürlich ein wenig beängstigend, denn auf einmal sind Erwachsene nicht mehr so unfehlbar wie gedacht. Andererseits kann es aber auch beruhigend sein, zu wissen, dass niemand so wirklich weiß, was Sache ist. Das bedeutet schließlich, dass du auch noch Zeit hast, bis du alles vollkommen im Griff haben musst.

Warum wir trotzdem erwachsener sind als vorher

Nichtsdestotrotz gibt es selbstverständlich einige Bereiche deines Lebens, in denen du während des Studiums dazulernst, selbständiger handelst und erwachsener wirst. Nur passiert dieser Vorgang eben nicht plötzlich von alleine, sondern mit Einsatz und Motivation deinerseits.

Wenn du dich aktiv dafür entscheidest, kannst du viele Schritte in Richtung Erwachsenenleben tätigen. Durch einen Nebenjob sammelst du zum Beispiel erste Berufserfahrungen und lernst, dich professionell zu verhalten. In der Uni kannst du dich für das Halten von Präsentationen bereiterklären und so seine akademischen Skills verbessern. Gemeinsam mit deinen Mitbewohnern kannst du eine Chaos-WG in eine saubere Studentenbude verwandeln, in der jeder Verantwortung übernimmt und sich wohl fühlt. 

Die wohl größte Veränderung findet wohl aber in dir selbst statt. Denn durch all diese Aktivitäten und Entscheidungen, die du für dich selbst triffst und treffen kannst, entwickelst du deine Persönlichkeit weiter. Dadurch, dass du deinen Tag nun selbstständig gestalten kannst, merkst du, wo deine Prioritäten liegen und womit du deine Freizeit verbringen möchtest. Außerdem wird dir bewusst, dass du nicht zu allem ja und amen sagen musst, sondern selbstbewusst deine Meinung verteidigen kannst. In diesem Prozess spielt dein Studienbeginn bestimmt eine entscheidende Rolle, denn der Neuanfang bietet dir die Chance, dich genau so zu verhalten und zu präsentieren, wie du dich am wohlsten fühlst.

Der Beginn des Studiums trägt also sicherlich mit dazu bei, dass du zu einer erwachseneren Person wirst. Doch du selbst musst auch etwas dazu beitragen und dich verantwortungsbewusst verhalten. Als Student steckst du so ziemlich in der Mitte zwischen Kindheit und Erwachsensein – und das ist gut so. Genieße kindische Abende mit Freunden und freu dich auf das, was noch vor dir liegt. Das Beste aus beiden Welten bekommst du so schnell nämlich nicht nochmal!

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