Warum ich mein Studium abgebrochen habe…

Ein Erfahrungsbericht

Stina hat ihr Studium abgebrochen. Keine leichte Entscheidung. Warum sie sich für den Studienabbruch entschieden hat und wie ihr Plan B aussieht, hat sie für euch aufgeschrieben.

Fast jeder kennt die Situation: Du kommst in die Oberstufe, schreibst eine Klausur nach der anderen, die Zeit verfliegt unfassbar schnell und auf einmal hältst du das Abschlusszeugnis in der Hand. Und was jetzt?!

So war es zumindest bei mir. Die Frage „Was will ich werden?“ spukte schon seit Ewigkeiten durch meinen Kopf, doch ich kam einfach zu keiner Lösung.

Schließlich interessierte ich mich immer mehr für das Studium der Psychologie. Ich bewarb mich an der Uni nahe meiner Heimat für den Studiengang, ergatterte jedoch keinen Platz. Losverfahren: kein Glück. In letzter Minute entschied ich mich für einen Quereinstieg und schrieb mich für ein zulassungsfreies Fach ein.

Eine schwere Entscheidung…

Das Semester startete. Die ersten zwei Wochen erschienen mir furchtbar anstrengend, volle Hörsäle, viele Vorlesungen und es gab tausend Dinge zu verstehen, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Recht schnell war klar: das Studium erfüllte meine Vorstellungen und Erwartungen nicht so ganz. Ich wollte jedoch nicht direkt aufgeben und studierte noch einige Zeit weiter, bis mir immer klarer wurde, dass ich unglücklich mit diesem Weg war. Sowohl die Gestaltung der Vorlesungen als auch das Fach sagten mir nicht wirklich zu. Schließlich entschied ich nach gut einem Semester, das Studium zu beenden.

Kein Plan B?!

Mein größtes Problem war jedoch nicht einmal der Abbruch, sondern, dass ich überhaupt keinen Plan B hatte. Anfang des Jahres entschied ich mich schließlich zu einem Praktikum in einem ganz anderen Bereich. Ich besuchte noch ein paar Mal die Uni, schaute mir Vorlesungen von anderen Fächern an und hängte schließlich einen Saisonjob und weitere Praktika an.

Der Fehler?

Rückblickend denke ich, dass mein „Fehler“ darin lag, direkt anfangen zu wollen und aus Zeitnot heraus eine Entscheidung zu treffen. Es erschien mir unmöglich, oder vielleicht eher unerträglich, kein Studium zu beginnen. Denn das Gefühl, die eigenen Erwartungen an sich sowie gewissermaßen auch die des Umfelds zu enttäuschen, ist immer unangenehm. Außerdem fand ich den Gedanken, dass all meine Freunde etwas lernen oder studieren und nur ich nicht mithalten könnte, nicht gerade toll.

Ich war lange in dem Glauben, ich könne die Frage der Berufswahl durch nachdenken lösen… Irrtum! So habe ich mich also auf die aktive Suche begeben und Dinge ausprobiert.

So geht es bei mir weiter…

Mein Plan ist, weiterhin Praktika zu machen, aktuell bin ich hier bei border concepts, den Trägern dieser Website. Wo die Reise mich danach hinführt, weiß ich immer noch nicht so genau, aber durch meine bisherigen Praktika konnte ich schon einige spannende Berufsfelder kennenlernen und habe dadurch ein paar Optionen im Hinterkopf…

Deine Möglichkeiten

Nutze also deine Situation und traue dich, Dinge auszuprobieren. Traue dich, weit zu denken, nicht nur an Dinge, die in direkter Umgebung liegen oder gängig sind. Zum Beispiel kannst du…

…Praktika machen. Du gewinnst spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder und lernst nebenbei inspirierende Menschen kennen.

…Vorlesungen verschiedener Studiengänge besuchen. So kannst du zum einen die Inhalte checken und zum anderen herausfinden, was dir am meisten zusagt: Uni, FH oder vielleicht eine private Hochschule?

…Messen besuchen. Wenn du entspannt durch die Gänge bummelst, entdeckst du vielleicht den ein oder anderen interessanten Studiengang, von dem du nie zuvor gehört hast. Aktuell finden zum Beispiel unsere Messen statt, informiere dich hier.

…dich beraten lassen. Zugegeben, nicht jede Beratung hilft, aber es gibt mehrere Angebote von verschiedensten Institutionen. Manchmal kannst du doch ein paar Tipps und vor allem Infomaterial abstauben. Es gibt auch an jeder Hochschule Angebote, die euch gezielt über einen Studiengang informieren können.

…Menschen in deiner Umgebung interviewen. Wer erscheint dir interessant oder sympathisch? Die meisten Berufstätigen freuen sich, gefragt zu werden und haben ein paar Geschichten und Tipps auf Lager.

…(kurzzeitig) ausziehen. Ein Praktikum in einer anderen Stadt ist sicherlich mal erfrischend, wenn du in gewohnter Umgebung nicht vorankommst.

…Reisen. Vielleicht brauchst du einfach mal ein bisschen Abstand bevor du durchstartest.

Egal für was und in welcher Form du dich entscheidest, gib dir selbst Zeit, sei neugierig und habe den Mut, deine Grenzen ein bisschen zu überschreiten. Ein Studium abzubrechen, ist auf keinen Fall schnell entschieden und leicht gemacht. Nimm dir Zeit und überprüfe alles, was dir gefällt und was dich stört. Aber sei dir bewusst, es ist vollkommen okay, das Studium zu beenden und sich neu zu orientieren. Schließlich willst du ja glücklich sein, was kann dich da aufhalten?

Und wenn jemand doof reagiert, mach dir nichts daraus, es ist deine Entscheidung und allein du musst mit deinem Leben zufrieden sein! Und auch in einer Bewerbung kannst du einen Studiengangswechsel als Stärke verpacken, da du den Mut hattest, zu wechseln, tust du nun das, was dir wirklich liegt.

Dir wünsche ich den Mut, Dinge zu verändern, die dich nicht glücklich machen, gleichzeitig auch viel Erfolg dabei, „richtige Entscheidungen“ zu treffen. Ich wünsche dir viele tolle Erfahrungen und einen Weg, der dich zu deinem persönlichen Glück führt!

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