Warum ein BAföG-Antrag immer sinnvoll ist

Du möchtest studieren, hast aber nicht das Geld, um dir das Studium selbst zu finanzieren? Dann solltest du anfangen, dich mit dem Thema BAföG auseinanderzusetzen. BAföG ist zusammengesetzt aus einem zinslosen Darlehen und einem Zuschuss vom Staat und kann dir somit helfen deinen Traum vom Studium zu verwirklichen.

Voraussetzungen für BAföG

Um BAföG erhalten zu können, musst du einige Bedingungen erfüllen. Du darfst noch keinen anderen Hochschulabschluss besitzen. Das bedeutet, dass du für ein Zweitstudium kein BAföG mehr bekommen kannst. Eine vorherige Berufsausbildung ist jedoch möglich.

Außerdem darfst du kein großes Vermögen aufweisen. Der normale Freibetrag für Vermögen auf Sparbüchern, Bausparkonten und ähnlichem beträgt 7.500 €. Sobald du über diesen Betrag kommst, wird das BAföG entsprechend gekürzt. Außerdem musst du in ein Vollzeitstudium immatrikuliert sein, da du mit diesem keine Zeit hast nebenbei ausreichend Geld zu verdienen. 

Das Einkommen deiner Eltern und deines Ehepartners, wenn vorhanden, wird auch zu Rate gezogen, da diese für dich unterhaltspflichtig sind. Auch hierfür gibt es bestimmte Freibeträge.

Des Weiteren solltest du für die Förderung eines Bachelor-Studiengangs zum Zeitpunkt des Antrags unter 30 Jahren alt sein. Solltest du älter sein, kannst du ggf. trotzdem BAföG beantragen, wenn du zum Beispiel Wehrdienst geleistet hast, dein Abitur erst später abgeschlossen hast oder du Kinder hast und Erziehungszeiten geltend machen kannst.

Außerdem darfst du nicht zu viel nebenbei verdienen. Ein Minijob ist in Ordnung, um sich neben dem BAföG etwas dazuzuverdienen, allerdings solltest du hier genauestens auf die Freibeträge achten.

Wenn du schon einen Bachelor hast, kannst du BAföG nur für ein Masterstudium verwenden. Hast du schon einen Masterabschluss, ein Diplom oder ähnliches, kannst du kein BAföG mehr erhalten. 

Wie viel BAföG kann ich bekommen und wie funktioniert die Rückzahlung?

Der aktuelle Höchstsatz von BAföG liegt bei 861 € im Monat (Stand 10/2019). Höchstsätze sind unterschiedlich für Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen oder wenn sie bereits Kinder haben.

Wenn du nun also BAföG für deine Regelstudienzeit von sechs Semestern beantragst, kannst du insgesamt über 20.000 € erhalten. Das gute am BAföG ist, dass es sich um ein zinsloses Darlehen und einen staatlichen Zuschuss handelt. Das bedeutet, dass für gewöhnlich nur die Hälfte des Gesamtbetrags zurückzahlen musst.

Sobald deine Schulden allerdings die 10.000 € überschreiten, wird der gezahlte Rest als Zuschuss angesehen. Somit musst du, egal wie viel mehr zu erhältst (auch wenn du noch im Master gefördert wirst), maximal 10.000 € zurückzahlen.

Die Rückzahlung beginnt für gewöhnlich fünf Jahre nach dem Ende deiner Regelstudienzeit. Sechs Monate bevor diese beginnt, erhältst du einen Brief mit den Erklärungen, wie viel du wohin und wann überweisen musst. Die normale Rückzahlung beträgt 315 Euro im Quartal. Wenn du jedoch zu diesem Zeitpunkt arbeitslos bist oder nicht ausreichend verdienst, kannst du eine Freistellung beantragen und die Rückzahlung beginnt zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich bin nicht förderfähig – was sind meine Optionen?

Wenn deine Eltern zum Beispiel zu viel verdienen, besteht immer noch die Möglichkeit auf enternunabhängiges BAföG. Auch hierfür musst du bestimmte Bedingungen erfüllen. Du kannst es zum Beispiel beantragen, wenn du dich nach fünf Jahren Arbeit doch noch für ein Studium immatrikulierst, wenn der Aufenthaltsort deiner Eltern unbekannt ist oder wenn deine Eltern generell nicht mehr unterhaltspflichtig sind.

Außerdem kannst du Wohngeld beantragen, damit dir der Staat bei deiner Miete unter die Arme greift. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass BAföG die vorrangige Leistung für alle Studenten ist. Das bedeutet, dass du zuerst BAföG beantragen musst, bevor du Wohngeld beantragen kannst. Der negative BAföG-Bescheid muss beim Wohngeld-Amt vorgelegt werden.

Noch Fragen?

Viele Studenten schrecken vor der Bürokratie, den auszufüllenden Formularen und der Rückzahlung ab. Aber überleg doch mal, auch wenn du später, 10.000 € zurückzahlen musst, kannst du immer noch mehr als 10.000 € zusätzlich erhalten, um deine Lebenshaltungskosten zu sichern und du bist in der Lage zu studieren. Dafür lohnt es sich doch, sich eine Zeit lang mit Formularen rumzuärgern.

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