Universität

Lernen mit Tradition

Die Universität ist die älteste unter den Bildungseinrichtungen. Schon seit dem Mittelalter wird dort gleichzeitig gelehrt und geforscht. 1386 wurden die ersten Studenten in Heidelberg immatrikuliert – die Geburtsstunde der ersten deutschen Universität. Es folgten Köln und Erfurt. Heutzutage hast du die Auswahl zwischen 109 deutschen Universitäten.

Die Grundidee der Universität ist, dass Forscher gleichzeitig Lehrer sind und eine Gemeinschaft mit den Studierenden bilden. So soll sichergestellt werden, dass Studierende auf höchstem Niveau und immer anhand aktuellster wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgebildet werden.

Seit circa zehn Jahren hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, an den deutschen Universitäten das Bachelor- und Master-System durchgesetzt. Da vor der Einführung das Studium an der Universität einstufig war und viereinhalb bis fünf Jahre gedauert hat, ist es eher unüblich nach dem dreijährigen Bachelor die akademische Karriere zu beenden. Die Chancen auf einen Masterplatz an einer Universität sind im Vergleich zur Fachhochschule oder Berufsakademie wesentlich höher, da die Hochschulleitungen davon ausgehen, dass von den meisten Bachelor-Absolventen ein Masterabschluss angestrebt wird. So gibt es sogar mehr Master-Studiengänge als Bachelor-Studiengänge an deutschen Universitäten.

Der beliebteste Hochschultyp der Deutschen

Rund 60 Prozent der deutschen Studienanfänger beginnen ein Studium an dieser klassischen Bildungseinrichtung. Betrachtet man nur die Bachelor-Studienanfänger, so sind es knapp 50 Prozent aller Studenten, die sich für ein Universitätsstudium entschieden haben - die anderen 50 Prozent gehen an die Fachhochschulen für ihr Bachelor-Studium. Aber da es an der Universität zusätzlich noch Staatsexamen- und Lehramts-Studiengänge gibt, sind letztendlich die meisten Studienanfänger an der Universität zu finden.

Die große Beliebtheit der Universität ist unter anderem auf die breite Fächerauswahl zurückzuführen. Das klassische Fächerspektrum erstreckt sich von den Geisteswissenschaften über Jura, Lehramt und Medizin. Einige Fächer sind hauptsächlich an Universitäten zu studieren, wie z.B. Geschichte, Philosophie oder Germanistik. Neben den Volluniversitäten, die sämtliche Fachbereiche abdecken, haben einige einen Schwerpunkt. Da wären zum Beispiel Medizinische Hochschulen und Technische Universitäten.

Wer sich für ein Studium an einer Universität entscheidet, muss sich auf ein wissenschaftliches und theoretisches Studium einstellen. Immerhin ist die Universität die zentrale Einrichtung für Forschung und Promotion. Entsprechend soll dich das Universitätsstudium auf eine wissenschaftliche Karriere vorbereiten. Auch bei eher praxisnahen Studiengängen ist daher abstraktes Denken und ein Interesse für wissenschaftliche Grundlagen unabdingbar.

Praktische Informationen zum Universitätsstudium

Zugangsberechtigt bist du mit dem Erhalt der Allgemeinen Hochschulreife. Du bewirbst dich in der Regel direkt an der Universität deiner Wahl. Für einige Studienfächer wie Medizin und Pharmazie musst du dich über hochschulstart.de bewerben. Außerdem können Universitäten "Orts-NCs" für einzelne Studienfächer festlegen.

Wenn du gerne selbst entscheidest, wann, was und wie du lernst, ist ein Universitätsstudium genau das Richtige für dich. Denn hier hast du die meisten Freiheiten bezogen auf Fächerwahl und Zeitplanung. Das hat zwar den Vorteil, dass du zwar sehr flexibel bist, es erfordert aber zugleich Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. Dieser Freiraum ist sicher einer von mehreren Gründen, warum Universitäten eine höhere Abbruchsquote als alle anderen Hochschultypen haben. Hinzu kommen Schwächen in der Betreuung der Studierenden. Zu Beginn des Studiums sind die Hörsäle sehr voll und du wirst deinen Professor kaum persönlich kennen lernen. Das kann zu Demotivation führen.  

Die meisten Studiengänge starten zum Wintersemester, welches in der Regel zum 1.10. beginnt und am 31.3. endet. Ab dem 1.4. beginnt das Sommersemester und endet offiziell am 30.9 jedes Jahres. Der Februar und März sowie der Zeitraum von Juli bis Oktober sind vorlesungsfrei. Nicht zu früh freuen, ein paar Klausuren und Hausarbeiten müssen in diesem Zeitraum noch geschrieben werden. Innerhalb von sechs Semestern kannst du bereits dein Studium mit dem Bachelor-Titel abschließen.

Nach dem Abschluss an der Universität

Wer ein Universitätsstudium absolviert, wird am Ende belohnt. Ein Studium an einer Universität genießt einen sehr guten Ruf. Und wenn du eine Karriere in der Forschung anstrebst, ist für dich die Universität die erste Adresse – die Promotion ist immernoch fast ausschließlich den Universitäten vorbehalten.

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