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Unzufrieden im Studium? Wechsele das Fach!

Der Studiengangswechsel

Wer nach den ersten Semestern feststellt, dass ihm das Studienfach einfach nicht liegt, kann den Studiengang wechseln. Steht dieser Entschluss fest, gilt es, sich vor allem gut beraten zu lassen und gewisse Formalia zu beachten. Worauf du beim Studiengangswechsel achten musst und was dieser für BAföG usw. bedeutet, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Warum möchte ich wechseln?

Viele haben bereits nach ihrem ersten Semester das Gefühl, dass irgendwas nicht passt. Vielleicht hast du dir dein Studium einfach anders vorgestellt, was vor allem bei Fächern, die du in der Schule schon hattest, leicht passieren kann. Anglistik ist nun mal etwas anderes als Schulenglisch, da du dich plötzlich mit sprachwissenschaftlichen Theorien oder Literaturkritiken auseinandersetzen muss. Auch Naturwissenschaftler, die Mathe oder Chemie im Abi hatten, tun sich oftmals mit den hohen Ansprüchen an der Uni schwer. Eine gewisse Eingewöhnungsphase, in der du dich an die Lernkultur der Uni anpasst, ist also ganz normal. Stellst du allerdings spätestens nach ein bis zwei Semestern fest, dass du dich nur noch durch das Studium quälst und einfach nicht zurechtkommst, liegt ein Fachwechsel nahe. 

Als kleines Recap haben wir am Ende des Artikels nochmal eine kleine Liste mit Gründen, sowie Vor- und Nachteilen eines Wechsels zusammengetragen

Wie finde ich die geeignete Alternative?

Wer sein Fach wechseln möchte, sollte auf jeden Fall zuerst zur Studienberatung gehen. Hier wird der Grund für den Fachwechsel näher erörtert, ehe dir Vorschläge für Alternativen unterbreitet werden. Zögere nicht, deine eigenen Interessen, Stärken und Zukunftswünsche mit der Beratung durchzusprechen – nur so können dir die Mitarbeiter dabei helfen, den geeigneten Studiengang für dich zu finden. Auch kannst du die jeweiligen Fachvertreter bzw. -berater kontaktieren und in Erfahrung bringen, welche Voraussetzungen für den potentiellen neuen Studiengang mitgebracht werden müssen. Informiere dich, wie sich das Studium in den höheren Semestern weiterentwickelt und welche Schwerpunkte auf dich zukommen. Schau beim neuen Wunschfach in jedem Fall in Vorlesungen und Seminare rein, damit du dir ein realistisches Bild von den Inhalten machen kannst. Solltest du die Hochschule wechseln wollen, gelten in etwa die gleichen Bedingungen. Allerdings bieten die Unis und FHs oft unterschiedliche Fachkombinationen an, über die du dich ausführlich informieren solltest.

Hier ein paar Leitfragen, die es zu klären gilt:

  1. Ist der neue Studiengang zulassungsfrei oder zulassungsbeschränkt (via NC oder Orts-NC)? Wann kann ich mich bewerben/immatrikulieren und bis wann muss die Exmatrikulation aus dem „alten“ Studienfach erfolgt sein?
  2. Wie bewerbe ich mich auf das neue Fach? Was brauche ich noch dafür? (z.B. Eignungstests, Zulassungsgespräche, etc.)
  3. Welche bisherigen Studienleistungen und Scheine kann ich mir anrechnen lassen? Kann ich im neuen Fach vielleicht sogar in ein höheres Fachsemester eingestuft werden? Dieser Punkt ist besonders interessant, weil er dir manche Prüfungen im neuen Studium ersparen kann. Auf Antrag werden dir gewisse Leistungen (oft inklusive Note) möglicherweise angerechnet. 

Von Seiten der Universitäten sind in den meisten Fällen auch mehrere Studienfachwechsel möglich. BAföG-Empfänger müssen aber aufpassen: Der erste Fachrichtungswechsel zieht in der Regel keine weiteren Folgen für den BAföG-Anspruch mit sich und du bekommst bis zum Ende der Regelstudienzeit dein Geld. Der Fachrichtungswechsel muss aber spätestens nach dem dritten Fachsemester unter Angabe eines „gesetzlich anerkannten“ Grundes (z.B. Eignungs-, Neigungswandel etc.) erfolgen. Wechselst du später, gibt es nur dann weiterhin BAföG, wenn du im neuen Studiengang in ein ausreichend hohes Fachsemester eingestuft wirst oder ein sogenannter „unabweisbarer Grund“ vorliegt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man als Sportstudent einen Unfall hatte und nun im Rollstuhl sitzt, oder aber als Chemie-Student gegen Chemikalien allergisch ist. Kläre am besten noch vor deinem Fachwechsel mit deinem BAföG-Berater oder direkt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung ab, welche Rahmenbedingungen in deinem Fall erfüllt sein müssen, um weiterhin Geld erhalten zu können.

Keine Sorge um den Lebenslauf!

Ganz wichtig: Das Studienfach zu wechseln ist keine Schande und macht auch nicht die spätere Karriere kaputt. Durch den Wechsel in ein Fach, das einem besser liegt, beweist späteren Arbeitgebern, dass du die eigenen Grenzen einzuschätzen und dich für deine Interessen einzusetzen weißt. Solange du den Wechsel gut begründen kannst und im Lebenslauf ein roter Faden zu erkennen ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wichtig ist aber, dass du die Situation rechtzeitig in die Hand nimmst, dich ausreichend informierst und dir darüber klar wirst, was du möchtest. Da das als junger Mensch manchmal gar nicht so einfach ist, empfiehlt es sich immer, auf die Hilfe von Dritten zurückzugreifen und sich ausführlich beraten zu lassen.

Denkanstöße zum Schluss

Wie ein Abbruch, ist der Studiengangwechsel keine leichte Entscheidung und sollte aus den richtigen Gründen getroffen werden. Manchmal ist man sich selbst gar nicht so sicher, was überhaupt ausschlaggebend ist. Um dir bei der Reflexion zu helfen, haben wir hier als Recap für den ganzen Artikel nochmal einige Denkanstöße.

Ein Wechsel ist legitim, wenn...

  • die Seminare bzw. Vorlesungen deinen Vorstellungen wenig oder gar nicht entsprechen.
  • du kein Verständnis für die Materie entwickelst und trotz Lernen durch jede Prüfung segelst.
  • deine Interessen sich stark gewandelt haben und der andere Studiengang deswegen spannender ist.
  • du immer noch davon überzeugt bist, dass ein Studium für dich der richtige Weg ist.

Vorteile können sein, dass...

  • du jetzt genauer weißt, was du im Studium willst bzw. was du nicht willst.
  • du nicht mehr grün hinter den Ohren bist, was das Studieren angeht und deine Erfahrungen im neuen Studium mit den Kommilitonen teilen kannst.
  • du nicht umsonst gelernt hast. Selbst wenn dir bestandene Prüfungen nicht angerechnet werden, kannst du von den Inhalten irgendwann sicherlich noch profitieren.

Fragwürdige Gründe sind, wenn...

  • du kurz vor schwierigen Prüfungen kalte Füße bekommst. Klar, das erste Referat und die erste Klausurphase sind hart, weil die Standards an Universitäten meist höher sind, als in der Schule. Trotzdem sollte man es zumindest versuchen und danach entscheiden. Andernfalls wirst du spätestens im nächsten Studium wieder vor diesem Problem stehen.
  • du dich zu Beginn verloren fühlst. Wer noch nie studiert hat und nun vielleicht fernab der Heimat lebt, den beschleicht zu Beginn sicherlich ein gewisses Unbehagen, wenn er neue Kontakte knüpfen und sich in einer fremden Stadt zurechtfinden muss. Kein Grund sich zu schämen, aber auch kein Grund hinzuschmeißen.
  • dich nur einzelne Fächer verzweifeln lassen. Besuche Tutorien, lerne mit Kommilitonen, lasse dir anderweitig helfen. Eine verbockte Prüfung ist unangenehm, aber nicht unüberwindbar.
  • dein Studium schon weit fortgeschritten ist und ein Abschluss in Aussicht steht. Selbst wenn du vom Fachbereich nicht mehr ganz überzeugt bist, ist ein mittelmäßiger Abschluss nach mehreren Jahren immer noch besser, als gar kein Abschluss. Wenn du überlegst, danach nochmal einen anderen Bachelorstudiengang auszuprobieren, solltest du dir unseren Artikel zum Thema durchlesen.
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